
Katharina Willinger, geboren am 17. Dezember 1986 in Schweinfurt, ist eine der profiliertesten deutschen Auslandskorrespondentinnen. Als ARD-Journalistin leitet sie das Auslandsstudio in Istanbul sowie das Büro in Teheran und berichtet regelmäßig für Formate wie die Tagesthemen und den ARD-Brennpunkt. Ihr Name ist eng mit der Berichterstattung über die Türkei, den Iran und Zypern verbunden. Abseits der Krisenregionen führt sie ein bewusst zurückgezogenes Privatleben.
Ehemann Yalcin Öztürk: Seltener Auftritt in der Öffentlichkeit
Ein gemeinsamer Abend in Marl
Am 26. April 2024 trat Katharina Willinger bei der 60. Verleihung des Grimme-Preises im Theater der Stadt Marl gemeinsam mit ihrem Ehemann Yalcin Öztürk vor die Öffentlichkeit. Es gehört zu den wenigen dokumentierten Momenten, in denen das Paar gemeinsam aufgetreten ist. Willinger nahm die Auszeichnung in der Kategorie „Beste journalistische Leistung” für ihre Berichterstattung aus der Türkei und dem Iran entgegen.
Was über Yalcin Öztürk bekannt ist
Über Yalcin Öztürk sind öffentlich kaum Informationen verfügbar. Weder sein Beruf noch weitere Details zu seiner Person hat Willinger je öffentlich kommuniziert. Das Paar lebt gemeinsam in Istanbul, wo Willinger seit Jahren als Korrespondentin tätig ist. Diese Zurückhaltung ist bei der Journalistin Programm: Sie trennt Berichterstattung und Privatleben konsequent.
Mutter eines Sohnes
Willinger hat ihr Familienleben stets aus der Öffentlichkeit herausgehalten. Bekannt ist lediglich, dass sie verheiratet ist, in Istanbul lebt und 2022 einen Sohn zur Welt gebracht hat. Namen und weitere Details zu ihrem Kind hat sie nie öffentlich kommuniziert.
Karriere zwischen Istanbul, Teheran und Krisenregionen
Von Haßfurt in den Nahen Osten
Katharina Willinger wuchs in Haßfurt auf und studierte Islamwissenschaft und Kommunikationswissenschaft an der Universität Bamberg. Nach ihrem Volontariat beim Bayerischen Rundfunk in München begann sie 2017 als TV-Korrespondentin im ARD-Auslandsstudio Istanbul. Im Mai 2020 übernahm sie als Nachfolgerin von Natalie Amiri zusätzlich die Leitung des ARD-Büros in Teheran, im Januar 2023 dann die Führung des gesamten Studios Istanbul.
Berichten unter schwierigen Bedingungen
Willinger hat aus zahlreichen Krisengebieten berichtet: von der syrisch-türkischen Grenze, aus den Flüchtlingslagern Nordsyriens nach dem Sturz Baschar al-Assads und wochenlang aus den Erdbebengebieten der Türkei im Frühjahr 2023, wo mehr als 50.000 Menschen ums Leben kamen. Besonders ihre Arbeit aus dem Iran steht unter erschwerten Bedingungen: Katharina Willinger gelang es im Januar 2023 nach monatelangem Warten ein Visum zu bekommen, und sie konnte als einzige deutsche Korrespondentin aus dem Land berichten.
Fokus auf Frauen und Menschenrechte
In ihrer Berichterstattung über den Iran legt Willinger besonderen Wert auf die Stimmen von Frauen. Nach dem gewaltsamen Tod von Jina Mahsa Amini im September 2022 durch die iranische Sittenpolizei dokumentierte sie die Protestbewegung und die anhaltende Unterdrückung im Land. Sie beschreibt ihre journalistische Haltung selbst so: Ihr Anliegen sei es, den Zuschauerinnen und Zuschauern ein möglichst facettenreiches Bild aus der Region zu liefern, dabei richte sie ihren Fokus besonders intensiv auf Frauen.
Auszeichnungen und journalistische Anerkennung
Grimme-Preis 2024
Im April 2024 wurde Willinger beim 60. Grimme-Preis in Marl für ihre Korrespondententätigkeit in der Türkei und dem Iran in der Sparte „Information und Kultur” ausgezeichnet. Die Jury würdigte dabei ausdrücklich ihre Kontinuität: Willinger sei nicht nur dann vor Ort, wenn ein Ereignis akute Medienaufmerksamkeit erzeugt, sondern auch dann, wenn die Kameras längst weitergezogen sind.
Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis
Zusätzlich zum Grimme-Preis wurde Willinger mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis geehrt, einer der renommiertesten Auszeichnungen für Fernsehjournalismus im deutschsprachigen Raum. Beide Preise belegen, dass ihre Arbeit weit über die tagesaktuelle Nachrichtenberichterstattung hinausgeht und als Maßstab für verantwortungsvollen Auslandsjournalismus gilt.
