Drei Wochen nach der Frankfurter Buchmesse ist Filmproduzentin Regina Ziegler gestorben

Filmproduzentin Regina Ziegler gestorben

Regina Ziegler ist am Sonntag, 1. November 2026, in Berlin gestorben. Nach Angaben von Ziegler Film starb sie unerwartet mit 82 Jahren, eine Krankheit wurde nicht genannt. Ihr Ehemann Wolf Gremm war bereits 2015 gestorben. Schauspielerin war sie nicht, sie war Filmproduzentin.

Sonntagmorgen, 1. November: die Todesnachricht

Die Bild berichtete zuerst, danach bestätigte ein Sprecher von Ziegler Film der Deutschen Presse-Agentur den Tod. Das Unternehmen teilte mit, Regina Ziegler sei am Morgen des 1. November verstorben, und sprach von großer Bestürzung und tiefer Trauer. Ihre Tochter Tanja Ziegler bestätigte den Tod gegenüber der Bild. Laut Bunte starb die Produzentin im Kreis ihrer Familie.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer würdigte ihr Wirken als Bereicherung der deutschen Filmkultur. MDR-Intendant Ralf Ludwig hob ihren unternehmerischen Mut und ihr Gespür für relevante Geschichten hervor.

Auf der Buchmesse noch gefeiert

Anfang Oktober zeigte sich Ziegler bei einer Filmpremiere in Berlin. Rund drei Wochen vor ihrem Tod war sie mit Regisseur Volker Schlöndorff und Autorin Jenny Erpenbeck auf der Frankfurter Buchmesse. Dort wurde „Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte“, ihre letzte Produktion, als beste Literaturverfilmung ausgezeichnet. Im Jahr 2026 sagte sie laut Bild: „Ich werde 100 und bis dahin will ich noch ganz viel produzieren!“ Im Sommer feierte sie die Hochzeit ihrer Tochter und ließ dafür Berliner Currywurst in den Schwarzwald liefern.

Eine Krankheit ist nicht bekannt

Zu einer Erkrankung gibt es keine öffentlichen Angaben, auch die Todesursache wurde nicht mitgeteilt. Wer ihren Namen zusammen mit „Krebs“ liest, stößt auf die Geschichte ihres Mannes: Wolf Gremm starb nach dreijährigem Kampf gegen die Krankheit.

Zwei Ehen und ein Mann, der alles veränderte

Hartmut Ziegler und der Start in Berlin

Nach dem Abitur 1964 zog Regina Ziegler mit ihrem ersten Mann Hartmut Ziegler nach Berlin, 1966 kam Tochter Tanja zur Welt. Die Ehe endete 1972 mit der Scheidung.

Wolf Gremm: erst Kaffee, dann Heiratsantrag

Wolf Gremm kam damals von der Filmakademie und schaute regelmäßig in ihrem Büro beim Sender Freies Berlin vorbei. Ziegler lehnte jede Einladung ab, bis er nach einem Jahr darauf bestand. In einem russischen Restaurant biss er ihr ins Ohrläppchen und sagte nach ihrer Schilderung im Spiegel 2022: „Ich liebe dich, und ich werde dich heiraten.“ Noch am selben Abend sagte sie ihrem Mann, dass sie sich trennen müsse.

Gremms erster Spielfilm „Ich dachte, ich wäre tot“ wurde 1973 zur ersten Produktion ihrer eigenen Firma und brachte den Bundesfilmpreis. 1977 heirateten die beiden. Die Hochzeitsreise führte sie an Weihnachten mit Tochter Tanja und deren Freundin nach Guadeloupe. Insgesamt waren sie 44 Jahre lang ein Paar. Gremm starb am 14. Juli 2015 mit 73 Jahren. Seine Seebestattung vor Mallorca fand am 4. September 2015 statt, seinen Kampf gegen die Krankheit hatte er in dem Dokumentarfilm „Ich liebe das Leben trotzdem“ festgehalten.

Produzentin, nicht Schauspielerin

Warum Datenbanken sie anders führen

Filmdatenbanken wie IMDb listen sie auch als Darstellerin, filmportal führt sie unter „Cast“. Ihr Beruf war aber die Filmproduktion. 1973 gründete sie als erste Frau in Deutschland eine eigene Produktionsfirma, Ziegler Film.

Was bleibt

Mehr als 500 Produktionen tragen ihren Namen, darunter „Weissensee“, „Familie Bundschuh“ und „Kommissarin Heller“. Sie arbeitete mit Rainer Werner Fassbinder, Volker Schlöndorff, Andreas Dresen und Ulrich Schamoni. Zu ihren Auszeichnungen zählen der Deutsche Filmpreis, der Grimme-Preis, der International Emmy und 2024 der Deutsche Gründerpreis für ihr Lebenswerk. 2006 widmete ihr das Museum of Modern Art in New York eine Retrospektive. 2017 erschien ihre Autobiografie „Geht nicht, gibt‘s nicht“.

Das Unternehmen führt Tochter Tanja Ziegler, die 2000 einstieg und seit 2006 die Mehrheit der Anteile hält. Gemeinsam betrieben beide seit 2011 das Berliner Programmkino filmkunst 66.

By David Hartmann

Erfahrener Recherchejournalist mit Fokus auf Exklusivmeldungen, Enthüllungen und kontroversen Storys rund um bekannte Persönlichkeiten. Schnell, präzise und faktentreu – auch bei heiklen Themen.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *